Akzeptanz

Akzeptanz finden als Führungskraft: So werden Sie ein guter Chef!

Gute Chefs sind selten – leider!

Die Rolle eines Chefs und die Fähigkeiten zum guten Chef wollen erst einmal erarbeitet werden. Denn Respekt und Anerkennung werden nicht automatisch mit dem Chefsessel oder der neuen Visitenkarte mitgeliefert.

Befragt man Mitarbeiter unterschiedlicher Branchen nach den Eigenschaften eines „guten Chefs“, so rangieren zwei Kriterien ganz oben:

1. Seine/ihre Leistung:

Hier geht es um die Erfüllung der Erwartungen der Mitarbeiter, der Erwartungen und Vorgaben „der obersten Heeresleitung“ (z. B. der Geschäftsführung), der Erwartungen interner und externer Ko-Operanten sowie die Erwartungen der Kunden.
Hier ist Ihre Fachkompetenz gefordert!

 2. Seine/ihre Menschlichkeit:

Hier geht es um das Gespür dafür, wie die Mitarbeiter die Zusammenarbeit untereinander und mit ihrem/(r) Vorgesetzten empfinden. Hier geht es um Werte – wie Anerkennung, Unterstützung, Vertrauen, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Kompromissfähigkeit, Begeisterungsfähigkeit etc.
Hier ist Ihre Sozialkompetenz gefordert!

Um diese Kriterien erfüllen zu können, braucht es zunächst eine große Portion Mut; Mut zu Selbstreflexion und Selbstkritik.

Hier geht es um Ihre Selbstkompetenz!
Wie lautet doch eine bekannte Feststellung: „Management beginnt beim Selbstmanagement!“ Dies gilt ebenso oder gerade für das Managen von uns anvertrauten Mitarbeitern.

Mehr Macht und Einfluss, mehr Geld auf dem Gehaltszettel, das nehmen alle gerne an. Personalführung als eigenständige Aufgabe haben hingegen nur wenige Vorgesetzte auf ihrer Agenda. Da kommt es dann schnell zu Äußerungen wie:
„Ach, Sie schon wieder, lassen Sie mich in Ruhe, ich arbeite gerade an Wichtigerem!“

oder
„Da kann ich auch nichts ändern, das kommt von ganz oben!“

oder
„Das ist nicht mein Problem!“

Solche Sätze enttäuschen die Mitarbeiter, Motivation sieht anders aus.
Das Geva-Institut in München hat herausgefunden, dass der durchschnittliche Mitarbeiter vier Stunden pro Woche über seine Vorgesetzten lästert. Das sind in einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern 4000 Lästerstunden in der Woche.
Welch eine enorme Ressource für Besseres!

Führen bedeutet auf alle Fälle Beziehungsarbeit zu leisten. Dabei ist eine professionelle Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg. Denn unterschiedliche Menschen wollen unterschiedlich angesprochen und behandelt werden.

Akzeptanz finden heißt überzeugen

Nachhaltig zu überzeugen funktioniert nicht per „Ordre de Mufti“!!
Nachhaltige Überzeugung gelingt durch Persönlichkeit!

Ein purer Kuschelkurs erscheint zwar oft als einfachste Methode der Wahl, ist aber zum Akzeptanzgewinn genauso untauglich wie eine rein hierarchische Führungsweise.

Gute Karten zur Anerkennung hat der Vorgesetzte, der seine Entscheidungen transparent macht. So kann eine gemeinsame Basis „des Verstehens“ aufgebaut werden.

In der Rolle des Vorgesetzten stehen Sie stets auf der Bühne, kritisch beäugt werden Sie von Mitarbeitern, Kollegen, der Chefetage, von Neidern und Bewunderern, von Freunden und Feinden. Ein inkognito gibt es nicht. Dies erfordert ein großes Maß an reflektiertem, bewussten Handeln.

Vorsicht, auch auf der Bühne gilt: sich selbst treu zu bleiben. Theaterspielen ist sehr anstrengend und wird schnell durchschaut. Schauspieler gehören ausschließlich in die Unterhaltungsbranche.

Die Vorbild-Funktion wird zum Dauerbrenner. Um als Vorbild akzeptiert zu werden, ist es kaum möglich, „Wasser zu predigen und Wein zu trinken“. Als Vorbild wird von Ihnen erwartet, klare, unmissverständliche Ansagen zu machen und zu diesen zu stehen, was letztlich bedeutet, auch einmal NEIN zu sagen.

Vertrauen als Basis der Akzeptanz

Loyalität ist eine Gleichgewichts-Gleichung! Loyalität hat nichts mit Kumpanei zu tun; den Kern bildet gegenseitiges Vertrauen. Trauen heißt sowohl anvertrauen wie zutrauen, hat mit Delegieren und Abgeben können zu tun (auch Abgeben von Erfolgen, Lob). Um Vertrauen und damit langfristigen Respekt zu gewinnen, müssen Sie bereit sein, Vertrauen zu schenken.
Das erfordert eine gewisse Risikobereitschaft und bei Enttäuschungen ein dickes Fell. Auch mit Enttäuschungen sollten Sie souverän umgehen können.

Erfolge verbinden

Natürlich arbeitet ein jeder gerne in einem Erfolgsteam. Was Sie gemeinsam als Team erreichen, bringt jeden Einzelnen – auch den Chef – weiter und schweißt ein Team zusammen. Erreichtes gilt es als gemeinsame Leistung publik zu machen („Klappern gehört zum Handwerk!“). Erfolge bedeuten ein Lob; sprechen Sie es aus!

Verantwortungsvoller Umgang mit der Macht

Eine Grundvoraussetzung für jede Führungskraft ist die Bereitschaft, wirklich führen zu wollen – und sich verantwortungsvoll mit der Macht auseinanderzusetzen. Der Missbrauch von Macht ist ethisch nicht vertretbar. Mitarbeiter haben ein feines Gespür dafür, wann Macht sinnvoll und funktional eingesetzt wird und wann nicht. Wer seine Macht missbraucht, wird auf Dauer als Vorgesetzter nicht akzeptiert, genauso wenig wie jemand, der im Grunde genommen nicht führt. Denn einen Tyrannen fürchtet man zwar, aber man respektiert ihn nicht.

Es kommt immer wieder vor, dass eine Teamsitzung einberufen wird, obwohl der Chef längst entschieden hat. Dann fühlt sich das Team nicht ernstgenommen. Solche Pseudoveranstaltungen werden als manipulativ empfunden und wirken sich negativ auf die Kooperationsbereitschaft aus. Wer die eigene Entscheidung zur Sicherheit mit dem Team nochmals reflektieren will, sollte dies dementsprechend genau so ankündigen.

Akzeptanz unterscheidet Führung von bloßer Leitung

Die Qualität des Vorgesetzten färbt auf die Qualität der Mitarbeiter und des gesamten Teams ab!

Merken die Mitarbeiter, dass ihr Chef in der Lage ist, Situationen richtig zu erfassen und zu analysieren, Entscheidungsprozesse voranzutreiben und die richtigen Leute zusammenzubringen, ist der Wille zur Unterstützung, zur Mitarbeit gegeben, Basisakzeptanz geschaffen. Für den Vorgesetzten bedeutet dies einen Balanceakt zwischen Menschen- und Ergebnisorientierung.

Ein akzeptierter Chef/eine akzeptierte Chefin stellt sich schützend vor das Team. Parallel dazu gibt es intern sehr wohl ein kritisches Feedback, Manöverkritik und Planungen wer, wie was das nächste Mal besser machen könnte. Dabei zählt eine Orientierung hin zur Lösungsfindung anstatt zur Schuldzuweisung.

In Führung gehen bedeutet, richtungsweisend zu sein, gemeinsame Ziele zu formulieren und umzusetzen. Ein akzeptierter Chef/eine akzeptierte Chefin unterstützt die Mitarbeiter so, dass diese ihre Ziele erreichen. Dabei werden die unterschiedlichen Aufgaben gemäß der individuellen Kompetenzen verteilt.

Wichtig: Zur Zielüberprüfung gehören Kontrolle und eine offene Tür für die Anliegen, Ideen und Vorschläge der Mitarbeiter. So wird Akzeptanz im täglichen Miteinander und in der konkreten Zusammenarbeit tatsächlich gelebt.


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